Kunst, Literatur, Veranstaltung

Herbstliche Highlights: BuchBasel Edition

Dieses Wochenende, vom 18. bis 20. November, findet die diesjährige BuchBasel statt. Und das Programm ist verführerisch vielfältig, politisch potenzierend und unnachgiebig utopisch. Nachfolgend findest Du hier unsere herbstlichen Highlights aus dem Programm der BuchBasel – die Auswahl fiel nicht leicht.

Im Überblick

Fr, 20.30–21.30 UhrTsitsi Dangarembga: Verleugnen
Fr, 20.30–21.30 UhrSibylle Berg: RCE mit musikalischer Begleitung von WAS DAS?
Sa, 14.00–15.00 UhrMohamed Amjahid: Let’s Talk About Sex, Habibi
Sa, 15.30–16.30 UhrKim de l’Horizon: Blutbuch
Sa, 15.30–16.30 UhrBody Politics: FINTA*-Körper als Spielfeld reaktionärer Politiken
Sa, 17.00–18.00 UhrFestung Europa
Sa, 20.00–22.00 Uhr«Ist das ein Mensch?» Ein Abend gegen das Vergessen
Sa, 20.00–21.00 UhrSinthujan Varatharajah: an alle orte, die hinter uns liegen
Sa, 23.00–23.45 UhrImaad Majeed: An archive too can be [used]
So, 15.30–16.30 UhrJulia Weber: Die Vermengung
So, 17.00–18.00 UhrLaurie Penny: Sexuelle Revolution



Freitag, 18.11.2022

Tsitsi Dangarembga: Verleugnen
Volkshaus, 20.30–21.30 Uhr
Tambu ist am College, das eine kolonial-christlich geprägte Missionsschule ist. Mit Bestnoten und dem Verleugnen ihrer Schwarzen Identität kämpft sie um eine Anerkennung, die ihr nicht zugestanden wird. In ihrem Roman Verleugnen (Orlanda, 2021) erzählt Dangarembga «vom Schwarzsein in einer viel zu weissen Welt, auch wenn hier […] die weisse Welt tatsächlich in Afrika liegt» (The Guardian), und von einer jungen Frau, die in diesem Spannungsfeld versucht, erwachsen zu werden. Zu den Veranstaltungsdetails.

Sibylle Berg: RCE
mit musikalischer Begleitung von WAS DAS?

Volkshaus, 20.30–21.30 Uhr
In RCE (Kiepenheuer & Witsch, 2022), das Akronym für «Remote Code Execution», macht sich eine Gruppe von Nerds daran, die grössten Profiteur*innen aus der Tech-, Unterhaltungs- und Überwachungsbranche mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Sybille Berg tritt zusammen mit der Basler Rapgruppe WAS DAS? auf. Zu den Veranstaltungsdetails.


Samstag, 19.11.2022

Mohamed Amjahid: Let’s Talk About Sex, Habibi
Volkshaus, 14.00–15.00 Uhr
Da, wo Orientalismus, Sexualisierung und Fetischisierung aufeinandertreffen und sich gegenseitig bestärken, setzt Mohamed Amjahids Let’s Talk About Sex, Habibi (Piper, 2022) an. Er macht die Diversität und die Konflikte der Schlafzimmer Nordafrikas zum Inhalt seines Buches und stösst das Othering mehr und mehr von der Bettkante, bis es auf den Boden knallt und Habib(t)i nicht mehr neben ihm liegt. Zu den Veranstaltungsdetails.

Kim de l’Horizon: Blutbuch
Volkshaus, 15.30–16.30 Uhr
Aufgewachsen in einem schäbigen Schweizer Vorort, ist die Erzählfigur von Blutbuch (Dumont Buchverlag, 2022) den engen Strukturen der Herkunft entkommen, lebt in Zürich und fühlt sich im nonbinären Körper wohl. Doch dann erkrankt die Grossmutter an Demenz, und das Ich beginnt, sich mit der Vergangenheit und den bruchstückhaften Erinnerungen an die eigene Kindheit auseinanderzusetzen. Eine Familiengeschichte vor dem Hintergrund der aktuellen Gender- und Klassendebatten. Zu den Veranstaltungsdetails.

Body Politics: FINTA*-Körper als Spielfeld reaktionärer Politiken
Volkshaus, 15.30–16.30 Uhr
Mit der Abschaffung des Rechts auf Abtreibung in den USA hat gezeigt, wie brüchig unsere feministischen Errungenschaften sind. Auch in der Schweiz bedrohen zur Zeit zwei Initiativen das Recht auf Abtreibung, welches übrigens nach wie vor im Strafgesetzbuch geregelt wird. Die Kontrolle von Reproduktion ist ein zentrales Spielfeld fundamentalistischer Politik und zeigt sich auch in Angriffen auf rassifizierte und auf trans Körper. Auf dem Podium werden verschiedene Schauplätze diskutiert und darüber nachgedacht, welche Mittel und Allianzen es braucht, um gemeinsam diesen Kräften entgegenzutreten. Mit Brandy Butler, Laurie Penny, Franca Schaad, Paula-Irene Villa Braslavsky. Zu den Veranstaltungsdetails.

Festung Europa
Volkshaus, 17.00–18.00 Uhr
Jedes Jahr sterben Tausende Menschen an den Aussengrenzen Europas. Dass das ausführende Organ der EU, die Frontex, dabei auch illegale Praktiken anwendet, ist längst bekannt. Trotzdem wurde eine Aufstockung der finanziellen Mittel der Frontex auch in der Schweiz deutlich befürwortet. Die europäische Asylpolitik ist zutiefst von rassistischen Logiken geprägt. Wie würde ein gerechter Umgang mit migrierenden Menschen aussehen? Und was können wir als Zivilgesellschaft dafür tun? Mit Mohamed Amjahid, Selam Habtemariam, Carlos Hanimann und Sinthujan Varatharajah. Zu den Veranstaltungsdetails.

«Ist das ein Mensch?» Ein Abend gegen das Vergessen
Volkshaus, 20.00–22.00 Uhr
Die offizielle Erinnerungspolitik und das mahnende «Nie wieder», das im Rückblick auf die Zeit des Nationalsozialismus aufgerufen wird, werden mehr und mehr zu inhaltsleeren Ritualen. Es fehlen dichte Beschreibungen und konkrete Geschichten, die vermitteln, was die Shoah tatsächlich bedeutete. Auch die (Dis-)Kontinuitäten zu heutigen Formen von Rassismus und Antisemitismus bleiben im Dunkeln. Mit Texten von Überlebenden geben Carolin Emcke, Lena Gorelik und Maryam Zaree denjenigen eine Stimme, die das Lager erlebt und beschrieben haben. Zu den Veranstaltungsdetails.

Sinthujan Varatharajah: an alle orte, die hinter uns liegen
Galerie Weiss Falk, 20.00–21.00 Uhr
Im Elefantenhaus in einem Zoo in Deutschland steht Sinthujan Varatharajahs Mutter. Sowohl die Frau als auch die Elefanten kommen von weit her, aus Sri Lanka. Sie wurden verschleppt oder vertrieben. an alle orte, die hinter uns liegen (Hanser Literaturverlage, 2022) ist eine äusserst klare und persönliche Reflexion über globalen Kolonialismus und europäische Asylpolitik. Zu den Veranstaltungsdetails.

Imaad Majeed: An archive too can be [used]
Kaserne Basel, Rossstall II, 23.00–23.45 Uhr
In dieser multidisziplinären Lecture-Performance begibt sich Majeed auf eine Spurensuche. Zum einen nach den vielen Tausenden Menschen, die in Sri Lanka während des Bürgerkriegs verschwunden sind. Und zum anderen mit Entdeckungen, die they in Basler Archiven gmacht hat. Mit einer verqueerten Sprache fragt Majeed, was passiert, wenn theoretische Grundlagen auf Realitäten treffen, die von (verschwundenen) Menschen gelebt werden mussten. Zu den Veranstaltungsdetails.

Sonntag, 20.11.2022

Julia Weber: Die Vermengung
Volkshaus, 15.30–16.30 Uhr
Während Julia Weber an ihrem neuen Roman arbeitet, erwartet sie ein zweites Kind. Es stellen sich ihr Fragen nach der Vereinbarkeit von Kunst und Schwangerschaft, literarischem Schaffen und Muttersein: Wie hat die Weichheit der Gefühle und des Körpers Platz in der Härte der Gesellschaft? Die Vermengung (Limmat Verlag, 2022) rückt den weiblichen Körper und seine Transformation in den Vordergrund und lässt Raum für Weiches. Zu den Veranstaltungsdetails.

Laurie Penny: Sexuelle Revolution
Volkshaus, 17.00–18.00 Uhr
Die Sexuelle Revolution (Nautilus Flugschrift, 2022) beginnt für Penny überall dort, wo Frauen, queere, nichtbinäre und trans Personen – vor allem jene, die nicht der weissen Mehrheitsgesellschaft angehören – nicht mehr bereit sind, ihren Körper als den Besitz anderer Personen zu begreifen. Gefordert wird eine radikale Kultur des Consent, die weit über Sex hinausgeht: auch Arbeitsverhältnisse und politische Prozesse sollen zu einer Logik des fortlaufend ausgehandelten Einvernehmens finden. Zu den Veranstaltungsdetails.

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