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„Antigone means trouble“: Tacita Dean am Kunstmuseum Basel | Gegenwart

Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt die Schweizer Erstaufführung von Antigone (2018), der bisher komplexesten Arbeit von Tacita Dean (geb. 1965). Die Präsentation des einstündigen 35mm-Films wird durch weitere Arbeiten Deans ergänzt.

In Antigone geht es um den Namen Antigone und alles, was in ihm anklingt, nicht nur in der griechischen Literatur der Antike, sondern auch im eigenen Leben der Künstlerin. Zentrales Thema von Antigone ist dabei die Blindheit: Die künstlerische Blindheit – Dean lässt sich immer auch von Zufall lenken und räumt Unvorhergesehenem Platz ein. Die technische Blindheit: ihre durch Maskierung und Mehrfachbelichtungen zu verschiedenen Zeiten und an wechselnden Orten entstandenen Bildfindungen konnte sie erst sehen, nachdem das Negativ im Labor entwickelt und gedruckt worden war. Dann die Blindheit von König Ödipus, der sich angesichts seiner unwissentlich begangenen Verbrechen selbst blendete und aus der Stadt Theben verbannte. Und schliesslich die Blindheit der Natur: Inneres Uhrwerk von Antigone ist eine Sonnenfinsternis, die Dean in Wyoming gefilmt hat. In der filmischen Doppelprojektion verweben sich die thematischen Fäden zu einer Dramaturgie, deren Einheit von Ort, Zeit und Handlung wie durch ein Prisma in einen Fächer aus strahlenden Bildern aufgebrochen wird.

Blindspots heisst deshalb auch ein fünfteiliger, dazugehöriger Podcast, welcher zur Ausstellung produziert wurde. Die Journalistin Ellinor Landmann (SRF) begegnet fünf Akteur:innen aus Kunst und Wissenschaft, die Tacita Deans Ausstellung durch ihre Perspektive ergänzen, Kontext liefern, Neues erschliessen. An dieser Stelle möchten wir insbesondere auf die vierte Folge, Antigone means trouble, hinweisen, in welcher Dr. Andrea Zimmermann erläutert, wie Sophokles‘ Antigone zur Heldin der feministischen Theorie wurde und warum die Figur aus dem Mythos auch heute noch wichtig ist.

Beitragsbild: Antigone (2018) von Tacita Dean. Material/Technik: 2 synchronisierte 35mm anamorphische Farbfilme. ©Tacita Dean, Courtesy the Artist; Firth Street Gallery, London und Marian Goodman Gallery, New York/Paris

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